Samstag, 27. November 2010

Nomen Nominandum





Bin ich eigentlich der Einzige, dem es furchtbar auf die Nerven geht, daß nach jedem Mord an einem Kind oder Jugendlichen permanent dessen Vorname in allen Medien erwähnt wird? Jedenfalls so lange, bis die Sache vergessen oder die nächste, noch schlimmere Schlimmheit passiert ist und dann darüber berichtet werden muß. Ob es da eine Altersgrenze gibt... vielleicht bis 16 oder so? Bis dahin heißen sie Mirco, Nina und Tobias (bzw. bei der BLÖD natürlich als Diminutivum : Tobi), und danach sind sie dann eben die 17- oder der 18-jährige.

Natürlich ist es offensichtlich, was mit dieser Vornamens-Nennung erreicht werden soll : Der Leser, Zuhörer oder Zuseher wird emotional stärker angesprochen, als wenn da nur die Rede von irgendeinem Kind wäre, und das Verbrechen kann um so besser und ergiebiger ausgeschlachtet werden. Und genau dieses billige Tränendrüsen-Gedrücke kotzt mich so an. Glaubt wirklich irgendjemand, dieses Journalistengesocks würde Mitgefühl oder sowas empfinden? Derjenige sollte dann mal das "Hans Esser"-Buch von Wallraff lesen.
Warum sollte ich denn eigentlich betroffener über den Mord an einer 14jährigen als über den an einer 40jährigen sein? Wohl, weil die erstere "ihr Leben noch vor sich hat". WAS für ein Leben die da noch vor sich gehabt hätte, interessiert niemanden. Wenn ich mir den Zustand der Welt und die Zukunftsaussichten so betrachte...

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